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Nova Scotia Das Land Die 580 km lange Halbinsel Nova Scotia ist umgeben vom Atlantischen Ozean, der Bay of Fundy, der Northumberland Strait und dem St. Lorenz-Golf. Ihre geographische Lage und ihre großen, eisfreien Hochseehäfen stellen für die Provinz ein Schlüsselelement ihrer wirtschaftlichen Entwicklung dar. Mit einer Landfläche von 55 491 km² ist Nova Scotia deutlich kleiner als Schottland, nach dem die Provinz benannt worden ist. Bei einer Durchschnittsbreite der Provinz von 128 km ist das Meer überall recht nah.
Klimatisch liegt Nova Scotia in der nördlichen gemäßigten Zone. Und obgleich die Provinz von Wasser umgeben ist, ist ihr Klima doch eher kontinental als maritim. Allerdings fallen die für das Kontinentalklima typischen extremen Temperaturen dank des Einflusses des Meeres gemäßigter aus. Geschichte Lange vor der Ankunft der ersten Forschungsreisenden aus Europa lebten in Nova Scotia die Mi'Kmaq-Indianer. Die ersten Europäer, die Anfang des 11. Jahrhunderts hierher kamen, waren Norweger. 1497 entdeckte der Seefahrer John Cabot vor der Küste reiche Fischgründe. Im 17. Jahrhundert war das gesamte Nova Scotia, wie auch Teile von Québec, New Brunswick und Maine, die zusammen die Region Acadia bildeten, von Franzosen besiedelt. 1605 hatte Pierre de Monts in Port Royal die erste, erfolgreich arbeitende landwirtschaftliche Siedlung in Kanada gegründet. Im darauffolgenden Jahrhundert befehdeten sich Briten und Franzosen wegen der Herrschaft über diese Region. Deren nationale Hoheit wechselte von einer Seite zur anderen, bis durch den Frieden von Utrecht im Jahre 1713 ganz Akadien den Briten überlassen wurde. Dennoch ging der Streit zwischen England und Frankreich weiter. Obgleich die Akadier, meist französische Siedler, beide Seiten von ihrer Neutralität zu überzeugen versuchten, kamen die Briten 1755 doch zu dem Schluß, daß die Akadier ein zu großes Sicherheitsrisiko darstellten. Sie vertrieben alle Akadier, die keinen Eid auf die britische Krone leisten wollten. Viele von ihnen kehrten nach Frankreich zurück, andere ließen sich in Neufrankreich nieder, und viele gingen in die Vereinigten Staaten. Weil sie auch nach der Gründung der Vereinigten Staaten von Amerika britisch bleiben wollten, immigrierten im Jahre 1783 Tausende der dem britischen Empire treuen Loyalisten aus dem nun unabhängig gewordenen Neuengland nach Nova Scotia. Durch diesen Zustrom von Loyalisten verdopplte sich die Bevölkerungszahl von Nova Scotia. Die Kolonie wurde 1784 in die Kolonien New Brunswick und Cape Breton aufgeteilt. Es war wohl vor allem den Bemühungen des patriotischen Verlegers Joseph Howe zu verdanken, daß Nova Scotia 1848 als erste britische Kolonie eine eigenverantwortliche Regierung erhielt. Nova Scotia war eine der vier Provinzen, die 1867 die neue Konföderation, das Dominion of Canada, gründeten. Zu dieser Zeit gehörte Nova Scotia international nicht nur zu den wichtigsten Schiffsbauern, auch im Holz- und Fischhandel spielte die Provinz eine führende Rolle. Die Konföderation half bei der Finanzierung einer Eisenbahnverbindung nach Québec City. Mit ihr erhielt die Provinz auch Zugang zum Innern des Kontinents. Im Ersten und Zweiten Weltkrieg wuchs die Bedeutung der Provinzhauptstadt Halifax. Sie war Stützpunkt für Geleitzüge und wurde zu einem der größten Kriegshäfen der Welt. Bevölkerung Mehr als 80 Prozent der 940.888 Bewohner von Nova Scotia haben Vorfahren, die von den britischen Inseln stammen. Französischer Herkunft sind 18 Prozent. Zahlenmäßig sind die Bevölkerungsgruppen mit deutschen und niederländischen Vorfahren die nächstgrößten. Zahlreiche Bewohner Nova Scotias sind polnischer, italienischer, jüdischer und libanesischer Herkunft. Nach dem Krieg von 1812 ließen sich etliche tausend Schwarze, auch die sogenannten "Chesapeake - Schwarzen", in der Umgebung von Halifax nieder; heute leben 15.000 ihrer Nachfahren in Nova Scotia. In jüngerer Zeit sind auch Chinesen, Indochinesen, Afrikaner, Asiaten und Osteuropäer als Einwanderer nach Nova Scotia gekommen. Fast 22 000 Provinzbewohner stammen von den indigenen Völkern ab, die meisten gehören zu den Mi'Kmaq-Indianern. Halifax und seine Umgebung weist mit 32.000 Menschen die größte Bevölkerungsdichte der Provinz auf, gefolgt von der Region um Sidney (ca. 16.000 E.). Weitere größere Städte sind Yarmouth, Kentville, Bridgewater, Truro, Amherst und New Glasgow. Wirtschaft Nova Scotias Wirtschaft ist sehr diversifiziert. Sie hat sich aus der Ressourcen-Verarbeitung entwickelt und umfaßt heute eine breite Produktionspalette von Industriegütern, aber auch Handel und Gewerbe sowie den Dienstleistungsbereich. Am Anfang der Ressourcen-Wirtschaft standt das Meer mit seinem Fischreichtum am Schottischen Schelf. Doch vor allem mit dem Niedergang der Kabeljauvorkommen hat sich diese Ressource in den letzten Jahren stark vermindert, so daß Fangquoten erlassen wurden und die Menschen, die bislang ihren Lebensunterhalt direkt oder indirekt aus dem Meer bezogen, davon hart betroffen wurden. 1992 lebten rund 20 000 Menschen vom Fischfang oder von der Fischverarbeitung. Darüber hinaus sorgte die Fischereiwirtschaft auch indirekt für viele Arbeitsplätze. Bei den Fängen aus dem Meer spielen Kabeljau und Schellfisch, Hummer, Muscheln und Krabben die wichtigste Rolle. Auch wenn Nova Scotia nur eine kleine Provinz ist, so ist doch die Forstwirtschaft mit vier Zellstoff- und Papierfabriken und Hunderten von Sägewerken ein bedeutender Wirtschaftszweig. Beim Bergbau ist die Kohleförderung (vier Millionen Tonnen pro Jahr) am wichtigsten. Zudem stammen 85 Prozent (5,3 Millionen Tonnen) der gesamten Gipsproduktion Kanadas aus Nova Scotia. Weitere Bergbauprodukte sind Salz, Schwerspat, Steine, Sand, Schotter und Torf. In den letzten zehn Jahren wurde vor der Küste von Nova Scotia in großem Rahmen nach Erdöl- und Erdgasvorkommen gesucht. Die erste kommerzielle Erdölförderung begann 1991 in der Nähe von Sable Islands. Mit der Förderung der geschätzten 140 Milliarden Kubikmetern Erdgasvorkommen, die rund 300 Kilometer vor Halifax lagern, soll im Rahmen eines Zwei-Milliarden-Dollar-Projektes Ende 1999 begonnen werden. Die Landwirtschaft der Provinz ist hoch spezialisiert. Am bedeutendsten ist die Milchwirtschaft, gefolgt vom Gartenbau, und der Erzeugung von Geflügel, Eiern, Rind- und Schweinefleisch. Exportiert werden Blaubeeren, Äpfel, verarbeitetes Obst, Gemüse und Säfte. Auch der Tourismus ist ein wichtiger Bestandteil der Provinzwirtschaft. Er sorgt für Einkünfte von jährlich mehr als 800 Millionen Dollar und für mehr als 30 000 Arbeitsplätze. Jedes Jahr kommt gut eine Million Besucher nach Nova Scotia; fast ein Viertel von ihnen sind Touristen aus dem Ausland.
New Brunswick Das Land Die Provinz New Brunswick ist eine der vier Atlantikprovinzen in Ostkanada. New Brunswick grenzt an Nova Scotia, Québec und an den US-amerikanischen Bundesstaat Maine. Die Provinz hat die Form eines Rechtecks und mißt von Süden nach Norden 322 km, und von Ost nach West 242 km. Die Fläche der Provinz (73 500 km²) ist zu 85 Prozent bewaldet. Im Norden ist New Brunswick recht gebirgig. Der höchste Berg ist der Mount Carleton (820 m). Das Landesinnere ist überwiegend eben, im Osten flacher, im Südosten eher hügelig.
Zweimal täglich strömen mit dem Einlaufen der Flut 100 Milliarden Tonnen Wasser an einer felsigen Landzunge vorbei in die Bay of Fundy. Die dabei entstehende Strömung entspricht faktisch derjenigen, die alle Flüsse der Welt zusammengenommen im Laufe von 24 Stunden aufweisen. Am Ostende der Bay of Fundy steigt die Flut fast 15 Meter hoch und erreicht damit einen weltweiten Höchststand. Sie könnte ein vierstöckiges Gebäude überschwemmen. Wirtschaft Etwa 30 Prozent des Bruttosozialprodukts werden exportiert, davon gehen 70% in die Neuenglandstaaten der USA und die restlichen 30% nach Atlantikkanada und nach Quebec und Ontario. Die Übersicht 1 zeigt New Brunswick´s Wirtschaftsfakten im Überblick. Übersicht 1: Wirtschaftsdaten im Überblick BSP: $16.152,00 Mio Mit der Globalisierung der Märkte und der Kostenexplosion in den Wirtschaftszentren haben internationale Standortberater wie zum Beispiel KPMG und Boyd auf der Suche nach kostengünstigen Produktionsstandorten die Vorzüge von Randgebieten wie New Brunswick entdeckt. In einer Untersuchung von 23 Städten in Nordamerika kam KPMG 1996 zu dem Ergebnis, daß Kanadas standortabhängige Kosten im allgemeinen ca. 15,7% unter den Kosten der USA liegen und daß die Stadt Moncton in New Brunswick in diesem Vergleich einer der kostengünstigsten Produktionsstandorte darstellt. Mit den Kostenvorteilen, die insbesondere durch ein niedriges Lohnniveau mit Lohnnebenkosten von ca. 16%, die extrem günstigen Boden- und Gebäudepreise und die geringen Energiekosten entstehen, hat die New Brunswicker Wirtschaftsförderung in den letzten zehn Jahren gute Erfolge in der Industrieansiedlung erzielt. Unternehmen aus USA, Europa und Asien haben sich in New Brunswick angesiedelt und beliefern von dort den NAFTA-Raum, der Kanada, die USA und Mexiko einschließt und innerhalb der nächsten 15 Jahre zu einem zollfreien Markt mit über 360 Millionen Konsumenten und einer Kaufkraft von ca. US $ 6,7 Trillionen in Waren und Dienstleistungen zusammenschmilzt. Die Bedeutung von Transport- und Distributionskosten wird oftmals bei Standortentscheidungen überbewertet und als Argument gegen Standorte in wirtschaftlichen Randlagen verwendet. Interessant ist in diesem Zusammenhang die Erkenntnis, daß Transport- und Distributionskosten noch nicht einmal 2% der gesamten Produktionskosten ausmachen, während die standortabhängigen Kosten (Lohnkosten, Boden- u.Gebäudepreise, Energiekosten) ca. 45% der gesamten Kosten darstellen. Diese Aussage wurde auch im Rahmen der Kostenvergleiche, die die New Brunswicker Wirtschaftsförderung für jedes ansiedlungsinteressierte Unternehmen kostenlos erstellt, bestätigt. Diversifizierung der Wirtschaft Seit Anfang der neunziger Jahre betreibt die Provinz ein Programm zur Diversifzierung der Wirtschaft, d.h. es werden bestimmte Industriesektoren wie Dienstleistungen im Telekommunikationsbereich ( call centres, help desks), Informationstechnologie ( künstliche Intelligenz, geographische Informationssysteme etc.), Nischenmärkte im traditionellen Produktionsbereich (Herstellung von private label Lebensmitteln, hochwertigen Textilien und Spezialmaschinen), Aquakultur und die Weiterentwicklung der Tourismusinfrastruktur in New Brunswick gezielt gefördert. Damit hat New Brunswick seine stark resourcenabhängige Wirtschaft erfolgreich belebt und weiterentwickelt. Heute beschäftigt der Dienstleistungssektor in New Brunswick ca. 70% der gesamten Arbeitskräfte in der Provinz und stellt mit 38%? einen beachtlichen, ständig wachsenden Wirtschaftssektor dar. Im Bereich Telekommunikation beherbergt New Brunswick 34 weltweit bekannte Firmen aus dem In- und Ausland wie z.B. IBM, Xerox, Air Canada, Howard Johnsons, Royal Bank of Canada, UPS, Pepsi Cola, Unisys und Dun & Bradstreet, die call centres und/ oder help desk Zentralen in der Provinz eingerichtet haben. Das lokale Telekommunikationsversorgungsunternehmen NB Tel ( New Brunswick Telephone Company), gehört zu den technologisch führenden Unternehmen in Nordamerika. Mit NB Tel´s Technologie und New Brunswick´s überschaubarer geographischer Größe können innovative telekommunikationsbezogene Dienste und Technologien unter idealsten Bedingungen getestet werden; mit anderen Worten stellt New Brunswick ein lebendes Labor für die Call Center Entwicklung dar. Im Bereich Multimediaanwendungen hat sich New Brunswick auf den Nischenmarkt für kommerzielle Lerntechnologie, d.h. die Entwicklung von betriebsinternen Trainings-/ Weiter-bildungsprogrammen konzentriert. Aufgrund einer gemeinsamen Initiative von Softwareent-wicklern, Universitäten und der Regierung von New Brunswick verfügt die Provinz über einen der höchsten Technologiestandards im Bereich Lerntechnologie. So verwenden z.B. multinationale Unternehmen wie British Aerospace und Westland Helicopters in New Brunswick entwickelte Lerntechnologie. Der traditionelle Produktionsbereich ist immernoch der Industriesektor mit dem größten Engagement ausländischer Investoren in New Brunswick. Die günstigen Produktionskosten verbunden mit dem für ganz Kanada bekannten hohen Lebensstandard, haben so manches Unternehmen aus Europa zur Produktionsverlagerung bewogen. Die vorhandene wirtschaftliche Infrastruktur zieht insbesondere Klein- und mittelständische Betriebe an. Die Provinzregierung betreibt seit zehn Jahren ein permanentes Wirtschaftsförderungsbüro in Deutschland, das europäischen Unternehmen bei der Geschäftsgründung in New Brunswick ob in Form einer Neuansiedlung, einer Partnerschaft mit existierenden Betrieben oder einer Übernahme behilflich ist. Die Dienstleistungen der Provinz sind kostenlos.
Geschichte Europäern war New Brunswick schon seit dem frühen 15. Jahrhundert bekannt, als unerschrockene baskische Fischer ihr Gewerbe von Miscou aus bis in den Nordosten der Provinz ausdehnten. Damals lebten Indianer vom Stamm der Malecite und Mi'Kmaq in dieser Region. Die Mi'Kmaqs waren die ersten, die Samuel de Champlain und die Franzosen empfingen, als diese 1604 in New Brunswick an Land gingen. Die Ureinwohner unterhielten von Anfang an gute Beziehungen zu den Franzosen. Sie waren den französischen Siedlern, den Akadiern, bei der Anpassung an das neue Land behilflich und beteiligten sich an den französischen Angriffen auf Neuengland. Ein Jahrhundert lang befehdeten sich Briten und Franzosen wegen des Besitzes der Region. Mal gewannen die einen, mal die anderen die Befehlsgewalt über die Gegend, bis im Jahre 1713 Akadien im Vertrag von Utrecht an die Briten abgetreten wurde. Mit der Zeit verloren die Franzosen das Interesse an den Akadiern. Sie wandten sich dem Neuen Frankreich zu und dem blühenden Pelzhandel. Bis 1755 hatte England seine Vorherrschaft als Kolonialmacht etabliert. Aus Furcht, die Akadier könnten zu einem Sicherheitsrisiko werden, vertrieben die Briten die Akadier, die keinen Treueeid auf die Britische Krone schwören wollten, fast ausnahmslos in die Vereinigten Staaten. Ihr Exil dauerte acht Jahre. Dann kehrte ein Großteil von ihnen wieder in ihre Heimat zurück. 1783 wurde der Westteil von Nova Scotia zur Heimat von Tausenden von Loyalisten, die sich nach der amerikanischen Revolution hierher geflüchtet hatten. Diese amerikanischen Kolonialisten wollten der Britischen Krone treu bleiben und gründeten im Nordteil der Provinz ihre Gemeinden. Diese Masseneinwanderung von Loyalisten führte zu einr Spaltung zwischen Nova Scotia und New Brunswick. Im Juni 1784 wurde New Brunswick eine eigenständige Provinz. Zusammen mit anderen Provinzen schloß sich New Brunswick 1867 zum Dominion of Canada zusammen. Bevölkerung 1996 lebten 738.113 Menschen in New Brunswick. Als Provinz mit dem höchsten Prozentsatz (35 Prozent) an französischsprachigen Einwohnern (außerhalb Québecs) ist New Brunswick Kanadas einzige offiziell zweisprachige Provinz. Im Erbe der Bevölkerung von New Brunswick vermischen sich die Traditionen von Franzosen, britischen Loyalisten, Schotten und Iren mit später hinzukommenden deutsche,n skandinavischen und asiatischen Elementen. Die kleine Stadt New Denmark rühmt sich, Nordamerikas größte dänische Kolonie zu sein. Die indigenen Völker - vor allem Mi'Kmaq und Malecite - sind in New Brunswick mit über 12.000 Menschen vertreten. Die meisten Bewohner leben an den Küsten der Provinz und in den Flußtälern. St. John (124.240 Einwohner) ist die größte Stadt, gefolgt von Moncton (57.000 E.) und der Provinzhauptstadt Fredericton (46.000 E.).
Prince Edward Island Das Land Prince Edward Island ist eine der vier kanadischen Atlantikprovinzen und zugleich Kanadas an Größe und Bevölkerung kleinste Provinz.
Mit ihren fruchtbaren Böden und ihrem milden Klima eignet sich die Provinz hervorragend für eine gemischte landwirtschaftliche Nutzung. Die Hälfte der "Gartenprovinz" wird landwirtschaftlich genutzt. Ihr roter Boden ist ebenso berühmt wie ihre Sanddünen und ihre 800 km langen Strände. Geschichte Die Mi'Kmag-Indianer, die die Insel schon gut 2000 Jahre vor der Ankunft der ersten Europäer bewohnten, nannten sie "Abegweit" - frei übersetzt bedeutet dies "Wiege der Wellen". Es gibt aber auch Hinweise darauf, daß die Vorfahren der Mi'Kmaqs schon 10 000 Jahre früher dort gelebt hatten. Sie waren vermutlich über eine Tiefebene dorthin gelangt, die jetzt von der Northumberland Strait bedeckt ist. Mit der Landung von Jacques Cartier im Jahre 1534 entdeckten die Europäer die Insel; Cartier beschrieb sie als "das schönste Fleckchen Erde, das man sich vorstellen kann." Ungeachtet dieser überschwenglichen Schilderung dauerte es noch lange, bevor die Insel besiedelt wurde. Die erste auf Dauer angelegte Kolonie richteten die Franzosen im Jahre 1719 ein; 30 Jahre später lebten erst 700 Menschen auf der Insel. Erst als die Briten 1755 die Akadier aus Nova Scotia vertrieben, nahm die Bevölkerung der Insel rasch zu. Als 1758 Louisbourg an die Briten fiel, war sie auf 5000 Menschen angewachsen. Im Jahre 1766 zeichnete Kapitän Samuel Holland eine topographische Karte der Insel - damals als Insel St. John bekannt. Anhand dieser Karte teilte er das Land in 67 Parzellen auf und loste diese unter einer Gruppe von britischen Landbesitzern aus. Viele von ihnen setzten niemals einen Fuß auf die Insel und sorgten für eine Menge Scherereien. Einige weigerten sich, ihr Land an die Pächter zu verkaufen, andere verlangten exorbitante Kauf - oder Pachtpreise. 1769 wurde die Insel St. John eine separate Kolonie, die 1799, zu Ehren des Prinzen Edward von England, ihren heutigen Namen erhielt. Prince Edward Island gilt als die Wiege der Konföderation, denn in ihrer Hauptstadt Charlottetown fand 1864 die Konferenz statt, die den Anstoß für die kanadische Konföderation gab. Dennoch dauerte es noch bis 1873, bevor Prince Edward Island selbst dem Dominion of Canada beitrat. Bevölkerung 1996 lebten 136.561 Menschen auf Prince Edward Island; 62 Prozent in ländlichen Gebieten und auf Farmen. Mit etwas mehr als 33.000 Bewohnern ist Charlottetown die einzige Stadt auf der Insel. Die Bevölkerung ist zu fast 80 Prozent
britischer (vor allem schottischer und irischer) Herkunft. Rund 15 Prozent
sind französischer Herkunft, fünf Prozent sprechen Französisch. Wirtschaft Landwirtschaft, Tourismus und Fischerei sind die wirtschaftlichen Hauptstützen von Prince Edward Island. Die meisten Industriebetriebe befassen sich mit der Verarbeitung von Nahrungsmitteln. Doch die High-Tech-Industrie, besonders in den Bereichen Medizin, Elektronik und Landwirtschaft, gewinnt immer mehr an Bedeutung.
Der Hummer gilt zwar als der König der Gewässer von Prince Edward Island, doch werden hier noch weitere 30 Sorten Fisch und Meeresfrüchte gefangen, vor allem Zuchtmuscheln, Hering, Thunfisch und die berühmten Malpeque-Austern. An den 800 km langen Stränden der Insel suchen alljährlich mehr als 665 000 Urlauber Erholung. Zu den beliebtesten Freizeitaktivitäten gehören der Wassersport und das Thunfischangeln.
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