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Schulsystem

Das kanadische Schulsystem umfasst sowohl öffentliche als auch private Schulen, vom Kindergarten bis zur Universität. Die Verantwortung für das Bildungswesen liegt bei den Provinzen, was bedeutet, daß es wesentliche Unterschiede im Bildungssystem der einzelnen Provinzen gibt. Der Bildungsstandard in Kanada ist auch im Vergleich zu anderen westlichen Ländern sehr hoch, wie die Pisastudie erst wieder bewiesen hat.

Kanadische Kinder im Alter von 4 bis 5 Jahren besuchen den Kindergarten auf freiwilliger Basis und werden dann im Alter von 6 Jahren eingeschult. Die meisten Schulen sind sehr gut mit Computern ausgestattet. Das Schuljahr geht von September bis Juni, wobei Juli und August die Ferienmonate sind.

In Kanada besteht keine freie Schulwahl, da jede Schule ihr Einzugsgebiet hat. Eine Ausnahme stellen die privaten und konfessionellen Schulen dar, welche unabhängig vom Wohnort besucht werden können. Privatschulen verlangen aber oft ein sehr hohes Schulgeld und sind daher nicht für jedermann geeignet.

Da kanadische Schüler einen wesentlichen Teil Ihres Tages in der Schule verbringen, werden neben den Leistungsfächern auch viele Wahlfächer angeboten.  Drama, Computerkurse, Kunst, Werken, Instrumentalunterricht, und Outdoor Ed sind bei den Schülern sehr beliebt.  Sport wird in Kanada wie in ganz Nordamerika gross geschrieben.  Jede Schule hat Ihre eigenen Sportteams, die sich in den Farben der Schule kleiden. Volleyball, Basketball, Baseball, Lacrosse und vor allem Football sind beliebte Mannschaftsspiele.  Die schuleigene Band gibt mehrmals im Jahr Konzerte und sorgt auch bei den Sportveranstaltungen für Stimmung.

Da viele Aktivitäteten im Rahmen von Schulveranstaltungen stattfinden, hat der kanadische Schüler eine starke Bindung an seine Schule.  Er ist stolz auf seine Schule und besucht die Heim-und Auswärtsspiele der Schulmannschaften.  Samstags vereinigen die diversen Wettkämpfe Eltern, Lehrer und Schüler auf dem Sportplatz.  Die Schulband und die Cheerleader unterstützen mit schmissiger Musik, akrobatischen Vorführungen und Zurufen die Sportmannschaft.  Der Kanadier lässt sich nicht vom schlechten Wetter abschrecken.  Es ist keine Seltenheit, dass die Fans im Herbst bei Minusgraden mit heissem Kaffee ausgerüstet, und in dicke Decken gemummt, im Freien auf den nackten Zuschauerbänken sitzen und Ihrem Footballteam zujubeln.

Das kanadische Schulsystem unterscheidet sich in wesentlichen Punkten vom deutschen. Zum einen sind alle Schulen Ganztagsschulen. Zum anderen ist das kanadische Schulsystem "durchlässiger" als das deutsche, da Schüler nicht schon nach der 4. Klasse in eine Hauptschul-, Realschul- oder Gymnasiumslaufbahn gepresst werden.

Nach Abschluss der 12. Klasse, und nachdem die Schüler die von der jeweiligen Provinz festgelegten Prüfungen absolviert haben, bekommen sie ihr High School Diploma. Um zur Universität zugelassen zu werden, muß man in der High School gehobene Kurse in Englisch und den naturwissenschaftlichen Fächern belegt haben. Auch hier in Kanada sind sehr gute Noten die Voraussetzung für Studiengänge wie Recht, Medizin, und Ingenieurwissenschaften.

Die weiterführende Ausbildung an College oder Universität ist nicht kostenlos wie in Deutschland, sondern es werden Studiengebühren erhoben, die je nach Provinz und Universität variieren.

     
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